ferienhaus am meer
Wie sieht die sorgfältige Transformation eines Ferienhauses aus den 1980er-Jahren in der Provence aus, wenn heutige Familienbedürfnisse erfüllt werden sollen, ohne den ursprünglichen Charme zu verlieren? Das Haus trägt unverkennbar die Zeichen des provenzalischen Stils jener Zeit — rauen sandigen Putz, handgeformte Dachziegel und ausdrucksstarke Gesimse. Gleichzeitig zeigen großzügige Spannweiten, der zentrale Kamin und die hallenartige Struktur die Möglichkeiten des Stahlbetons dieser Epoche. Die Sanierung will diese doppelte Identität bewahren und das Gebäude zugleich auf einen zeitgemäßen ökologischen Standard bringen, damit es ganzjährig genutzt werden kann.


zwischen provenzalischem Charme und nachhaltiger Erneuerung entsteht ein Ort der Kontinuität
zwischen provenzalischem Charme und nachhaltiger Erneuerung entsteht ein Ort der Kontinuität









Wie prägt die räumliche Organisation die innere Atmosphäre und das Verhältnis zwischen Innen- und Außenräumen? Das Haus ordnet sich um einen hexagonalen Wohnraum, von dem zwei Seitenflügel ausgehen und eine Terrasse fassen — die Grenze zwischen innen und außen wird weich. So entsteht trotz der Nähe zu Nachbarn und Strand ein starkes Gefühl von Rückzug. Das Konzept kompakter, multifunktionaler Möbelinseln nimmt die hexagonale Geometrie auf und lässt den Raum frei um sie herum fließen. Gerahmte Ausblicke und bepflanzte Grenzen lenken die Aufmerksamkeit nach innen und stärken die Privatsphäre. Der Entwurf vertieft die ursprüngliche räumliche Logik des Hauses, statt sie radikal zu verändern. Das Ergebnis ist ein ruhiger, in sich geschlossener Rückzugsort, verwurzelt in seiner natürlichen Umgebung.






Möbel-„Inseln“ stehen frei in der Mitte, ohne Wände zu berühren, damit der Raum um sie herum fließen kann
Möbel-„Inseln“ stehen frei in der Mitte, ohne Wände zu berühren, damit der Raum um sie herum fließen kann

Wie verbindet das Projekt nachhaltige Konstruktion mit einer widerstandsfähigen, wassersensiblen Landschaft? Die Sanierung setzt auf natürliche, dauerhafte Materialien, die schön altern und eine geringe ökologische Wirkung haben. Lokal gewonnener Stein, Holz und sandfarbener Putz nehmen die Küstenpalette auf und vermeiden lange Transportwege. Lokale Handwerker bringen traditionelle Techniken ein und sichern kulturelle Kontinuität sowie einfache Bauweisen. Der Garten stärkt die vorhandene Vegetation mit trockenheitsresistenten Arten, die keine Bewässerung benötigen. Schattige Außenräume entstehen durch Pflanzungen und Wege aus lokalem „Pierre de Bormes“, während Grauwasser aus Dusche und Waschbecken zurück in den Boden geleitet wird. So entsteht ein Haus in einer lebendigen Landschaft, die natürlich kühlt, Biodiversität stärkt und die Verbindung zum Ort vertieft.


lokales Handwerk, robuste Materialien und klimaangepasste Gärten verankern das Haus in seiner Landschaft

lokales Handwerk, robuste Materialien und klimaangepasste Gärten verankern das Haus in seiner Landschaft





- title / ferienhaus am meer
- location / Côte d’Azur (FRA)
- use / Wohnen (180 m²)
- work / Sanierung, Interior, Landschaft
- phase / laufend
- time / 2024 -
- team / Elena Kögel, Laurent Boutin-Neveu, Sophia Brauner, Constantin Schindler
- photos / Elena Kögel
